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26 april 2012, 13:54
http://www.rhein-zeitung.de/region/neuwied_artikel,-Schwere-Vorwuerfe-gegen-Bordell-Betreiberin-aus-der-VG-Puderbach-_arid,415340.html
Puderbach/Neuwied - Was sich da täglich zwischen 12 Uhr mittags und 2 Uhr Nacht in einem Saunaclub in der Verbandsgemeinde Puderbach abspielt, ist nicht jugendfrei. Die Rolle der Betreiberin und ihres Ehemannes möglicherweise sogar strafbar. Deshalb sitzen die 29-jährige Rumänin und ihr 67-jähriger deutscher Gatte auf der Anklagebank des Neuwieder Schöffengerichts. Der Vorwurf: Förderung der Prostitution.
Nach den Feststellungen der Staatsanwaltschaft ist die Rollenverteilung des Paars klar: Der Mann („Ich bin von Beruf Rentner“) hat die Aufgabe, in Rumänien junge Damen anzuwerben, ins Auto zu packen und ins Westerwälder Bordell zu fahren. Seine deutlich jüngere Frau hingegen regelt den Clubbetrieb und sagt den Frauen, die von der Rumänin immer nur als „Mädchen“ bezeichnet werden, wo es langgeht.
Glaubt man den Ausführungen von Staatsanwalt Moritz Bente, dann führt die Angeklagte ein übles Regiment in dem Saunaclub, in dem der männlichen Kundschaft stets etwa acht Prostituierte zur Verfügung stehen und fast jeden sexuellen Wunsch erfüllen. Alles soll den Frauen vorgeschrieben sein: die Art und Dauer der „Dienstleistungen“ und sogar der Aufenthaltsort. Denn die 29-jährige Beschuldigte soll es ihren Mitarbeiterinnen untersagen, das Haus zu verlassen. Außerdem nehme sie den „Mädchen“ die Pässe weg, lege die Preise fest und habe angeordnet, dass sie sich im Club unbekleidet bewegen. Und was strafrechtlich besonders schwer wiegt: In einigen Fällen sollen unter 21-Jährige dazu gebracht worden sein, sich zu prostituieren. Nach Darstellung des Staatsanwalts haben die Angeklagten dabei die finanzielle Notsituation der Betroffenen ausgenutzt.
Das Schöffengericht unter Vorsitz von Manfred Ihrlich hat nun die Aufgabe, in den nächsten Wochen die Wahrheit ans Licht zu bringen. Mit Spannung werden dabei die Aussagen der rumänischen Prostituierten erwartet, die im Ermittlungsverfahren die Eheleute stark belastet hatten.
Die beiden Verteidiger nutzten den Prozessauftakt dazu, die Vorwürfe im Wesentlichen abzustreiten. Besonders ausführlich ließ sich der Düsseldorfer Anwalt Dr. Rüdiger Deckers ein, der die Hauptbeschuldigte vertritt. So streitet er ab, dass seine Mandantin rumänische Frauen rekrutiert hat. Die Kontakte kämen vielmehr über Anfragen und Empfehlungen zustande. Glaubt man dem Verteidiger, dann beschneidet die Betreiberin die Prostituierten auch nicht in ihren Rechten.
Ganz im Gegenteil: Seinen Ausführungen zufolge herrschen im Saunaclub nahezu paradiesische Zustände: Die „Mädchen“ können arbeiten, wann sie wollen, das Haus verlassen, wenn sie möchten, und die Preise mit den Freiern frei vereinbaren. Und dass die Pässe zentral in einer Geldkassette hinter der Theke („Jeder weiß, wo der Schlüssel ist“) liegen, das sei mit allen so abgesprochen und auch der Wunsch der jungen Damen. Dann könnten sie ihre Papiere auch nicht verlieren.
Den Himmel auf Erden genießen die Rumäninnen aber wohl doch nicht. Richter Ihrlich staunte nicht schlecht, als die Angeklagte auf Nachfrage erklärte, dass die Damen in dem Haus gar keine eigenen Zimmer haben, sondern nachts ihr müdes Haupt irgendwo betten – oftmals auch auf der „Spielwiese“. Das einzig Private ist ein Spind, den jede Mitarbeiterin hat, in dem sich die persönlichen Habschaften befinden. „Alle schlafen im Haus“, bestätigte die Betreiberin.
Offenbar läuft das Geschäft gut: Jeden Monat kann die Inhaberin 2000 bis 3000 Euro für sich entnehmen und zusätzlich mit 7000 Euro monatlich ein Darlehen abtragen, das sie zum Kauf des Hauses aufgenommen hat. Ihr Mann hingegen gab an, 500 Euro Rente zu beziehen. Vom Saunaclub bekomme er nichts.
Betreft Dolce Vita in Raubach.
Puderbach/Neuwied - Was sich da täglich zwischen 12 Uhr mittags und 2 Uhr Nacht in einem Saunaclub in der Verbandsgemeinde Puderbach abspielt, ist nicht jugendfrei. Die Rolle der Betreiberin und ihres Ehemannes möglicherweise sogar strafbar. Deshalb sitzen die 29-jährige Rumänin und ihr 67-jähriger deutscher Gatte auf der Anklagebank des Neuwieder Schöffengerichts. Der Vorwurf: Förderung der Prostitution.
Nach den Feststellungen der Staatsanwaltschaft ist die Rollenverteilung des Paars klar: Der Mann („Ich bin von Beruf Rentner“) hat die Aufgabe, in Rumänien junge Damen anzuwerben, ins Auto zu packen und ins Westerwälder Bordell zu fahren. Seine deutlich jüngere Frau hingegen regelt den Clubbetrieb und sagt den Frauen, die von der Rumänin immer nur als „Mädchen“ bezeichnet werden, wo es langgeht.
Glaubt man den Ausführungen von Staatsanwalt Moritz Bente, dann führt die Angeklagte ein übles Regiment in dem Saunaclub, in dem der männlichen Kundschaft stets etwa acht Prostituierte zur Verfügung stehen und fast jeden sexuellen Wunsch erfüllen. Alles soll den Frauen vorgeschrieben sein: die Art und Dauer der „Dienstleistungen“ und sogar der Aufenthaltsort. Denn die 29-jährige Beschuldigte soll es ihren Mitarbeiterinnen untersagen, das Haus zu verlassen. Außerdem nehme sie den „Mädchen“ die Pässe weg, lege die Preise fest und habe angeordnet, dass sie sich im Club unbekleidet bewegen. Und was strafrechtlich besonders schwer wiegt: In einigen Fällen sollen unter 21-Jährige dazu gebracht worden sein, sich zu prostituieren. Nach Darstellung des Staatsanwalts haben die Angeklagten dabei die finanzielle Notsituation der Betroffenen ausgenutzt.
Das Schöffengericht unter Vorsitz von Manfred Ihrlich hat nun die Aufgabe, in den nächsten Wochen die Wahrheit ans Licht zu bringen. Mit Spannung werden dabei die Aussagen der rumänischen Prostituierten erwartet, die im Ermittlungsverfahren die Eheleute stark belastet hatten.
Die beiden Verteidiger nutzten den Prozessauftakt dazu, die Vorwürfe im Wesentlichen abzustreiten. Besonders ausführlich ließ sich der Düsseldorfer Anwalt Dr. Rüdiger Deckers ein, der die Hauptbeschuldigte vertritt. So streitet er ab, dass seine Mandantin rumänische Frauen rekrutiert hat. Die Kontakte kämen vielmehr über Anfragen und Empfehlungen zustande. Glaubt man dem Verteidiger, dann beschneidet die Betreiberin die Prostituierten auch nicht in ihren Rechten.
Ganz im Gegenteil: Seinen Ausführungen zufolge herrschen im Saunaclub nahezu paradiesische Zustände: Die „Mädchen“ können arbeiten, wann sie wollen, das Haus verlassen, wenn sie möchten, und die Preise mit den Freiern frei vereinbaren. Und dass die Pässe zentral in einer Geldkassette hinter der Theke („Jeder weiß, wo der Schlüssel ist“) liegen, das sei mit allen so abgesprochen und auch der Wunsch der jungen Damen. Dann könnten sie ihre Papiere auch nicht verlieren.
Den Himmel auf Erden genießen die Rumäninnen aber wohl doch nicht. Richter Ihrlich staunte nicht schlecht, als die Angeklagte auf Nachfrage erklärte, dass die Damen in dem Haus gar keine eigenen Zimmer haben, sondern nachts ihr müdes Haupt irgendwo betten – oftmals auch auf der „Spielwiese“. Das einzig Private ist ein Spind, den jede Mitarbeiterin hat, in dem sich die persönlichen Habschaften befinden. „Alle schlafen im Haus“, bestätigte die Betreiberin.
Offenbar läuft das Geschäft gut: Jeden Monat kann die Inhaberin 2000 bis 3000 Euro für sich entnehmen und zusätzlich mit 7000 Euro monatlich ein Darlehen abtragen, das sie zum Kauf des Hauses aufgenommen hat. Ihr Mann hingegen gab an, 500 Euro Rente zu beziehen. Vom Saunaclub bekomme er nichts.
Betreft Dolce Vita in Raubach.